Q/A Amy Sillman

 Foto: Marco Anelli, © 2012

Was bringen Sie jungen Künstlern bei?

Ich sehe mich als Überbringerin der Vergangenheit. Zur Zeit geht es mir darum zu zeigen, wie sich gegen die Amnesie anarbeiten lässt und gegen das Verschwinden von Ideen und Gegenständen, die mir am Herzen liegen. Ich mache das nicht wegen des Geldes, inzwischen kann ich von meiner Kunst leben. Ich lehre, um jungen Menschen die Einsichten und Erfahrungen einer Praxis nahezubringen; Menschen, die etwas über eine bestimmte Haltung zur Malerei erfahren wollen, in der ein langsamer Umgang mit Material mit einer bestimmten philosophischen Einstellung verbunden ist - ein Zugang, den ich einem Maler wie Philip Guston verdanke. Bei einer solchen Malerei geht es ums Nachdenken und Verweilen bei Dingen - Zeichnen, Zerstören, Wiederaufbauen. Es geht um eine Form, die nicht unbedingt effizient und nützlich ist, und darum zu akzeptieren, dass man auch scheitern kann. Es geht darum, sich Zeit zu nehmen und selbst über sie zu bestimmen.

 

Amy Sillman (*1955) leitet die Malereiabteilung des renommierten MFA-Programms am Bard College. Sie publiziert Essays und Fanzines mit eigenen Cartoons. Derzeit sind ihre Arbeiten in der Ausstellung "The Forever Now: Contemporary Painting in an Atemporal World" im Now Yorker MoMA zu sehen.