Spaces to watch

Fünf Fragen an Fredi Fischli & Niels Olsen von "gta exhibitions"
 Dan Graham – with an intervention by Günther Vogt Ausstellungsansicht, gta Ausstellungen Foto: Martin Stollenwerk  
 William Leavitt Sidereal Time, 2014, Ausstellungsansicht gta exhibitions Foto: Stefan Altenburger
 Theater Objects; Ausstellungsansicht, gta Ausstellungen und LUMA Stiftung; Foto: Stefan Altenburger
 Architektur für Kinder, Ausstellungsansicht, gta Ausstellungen, Foto: Martin Stollenwerk

Euer ursprüngliches Projekt hieß STUDIOLO und war ein kleines Zürcher Studierzimmer. Daraus ist nun gta exhibitions" geworden, eine tatsächliche Institution für Kunst- und Architekturausstellungen an der ETH Zürich. Was ist passiert?  

Als wir mit STUDIOLO angefangen haben, waren die meisten anderen Ausstellungsräume in der Stadt „Artist-Run Spaces“. Als eingeladener KünstlerIn triffst du auf einen anderen KünstlerIn und dabei entsteht oft eine kollaborative Arbeit - eine Ausstellung mit gemeinsamer Autorschaft. Diesen Moment wollten wir auf unseren Hintergrund als Studenten der Kunstgeschichte adaptieren. Nun ist das private Studierzimmer sozusagen direkt an die Hochschule gewandert und wir machen Ausstellungen mit und für StudentInnen und hoffen, dass dieser Dialog auch BesucherInnen von aussen interessieren könnte. Uns interessieren spezifische Orte, an denen man aus dem Charakter der Institution Ausstellungen schaffen kann.

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Wieso zeigt ihr so viele bekannte, bereits eingeführte Künstler? 

Wir zeigen nicht allein „bekannte“ und bereits etablierte Künstler. Immer wenn wir ein Projekt initiieren, gehen wir von einer bestimmten Frage und einer Dringlichkeit aus. 
So ist z. B die aktuelle Ausstellung mit Dan Graham und Günther Vogt entstanden. Ihre Kollaboration und Verbindung zur ETH Zürich interessierte uns und daraus entstand eine sehr spezifische Ausstellung, die einen neuen Aspekt des bedeutenden Oeuvres von Dan Graham thematisiert. Als wir im STUDIOLO den renommierten Künstler Albert Oehlen für ein Projekt einluden, ging es darum eine lokale Beziehung zum deutschen Maler herzustellen. Seit 15 Jahren lebte er in der Schweiz und trotzdem wurde er in den Jahren hier nie ausgestellt! Dabei ging es uns allerdings nicht nur um eine monographische Präsentation - sondern um seine Sammlung oder seine Referenzen wie Ashley Bickerton. Jede Ausstellung bedeutet für uns ein Re-Reading!

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Ihr kuratiert auch viele Ausstellungen an anderen Orten der Welt. Ist, was einmal STUDIOLO war, jetzt eine ortsunabhängige Institution geworden, die ihr beide nun überall bespielt? Wie wichtig ist Ortsgebundenheit überhaupt noch?  

Der Ort ist bei uns meistens der Ausgangspunkt für die Ausstellungen. Was für Probleme und Fragestellungen stellt ein Ort? Diese Frage finden wir sehr wichtig und deshalb ist es interessant, sie von verschiedenen Orten zu stellen. Doch auch die Abfolge von Ausstellungen schafft einzelne Narrative und es entstehen Verbindungen zwischen den Projekten, auch wenn sie nicht am selben Ort stattfinden.

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Was kostet das Essen in der Mensa?  

Ab 6.50 CHF [etwa 6.20 €, Anm. d. Red.] geht es los... Die Spezialität ist "Hörnli mit Ghackets".

Die Art Basel geht los. Habt ihr einen Geheimtipp?  

Es lohnt sich, die versteckte Galerie Thomas Ammann aufzusuchen und ihre wunderbare Ausstellung von Alice Neel anzuschauen. Es gibt auch einige junge, neue Projekträume in Zürich: Hacienda, Taylor Macklin, Plymouth Rock und UP State.

 

Fredi Fischli und Niels Olsen sind Kuratoren und Leiter von gta Exhibitions", einem Ausstellungsraum an der ETH Zürich, der aus dem Offspace STUDIOLO hervorgegangen ist. Sie sind Teil der Redaktion von Kaleidoscope und leben in Zürich.

 

Aktuell:
Dan Graham - with an intervention by Günther Vogt
15.04. - 21.06.

gta Ausstellungen
Institut für Geschichte und Theorie der Architektur
Stefano-Franscini-Platz 5
8093 Zürich