Reise ans Ende der Kunst

Art Week Berlin

Die sechste Berlin Art Week mit der Art Berlin ist schon wieder vorbei. Wir hatten unserem Sonderkorrespondenten Rafael Horzon aufgetragen, viel zu erleben, aber der wollte eigentlich nur wissen, ob wirklich alles nichts kostet. Dabei traf er auf: 
Niklas Maak, Jon Rafman, Moritz von Uslar, Christian Kämmerling, Arno Brandlhuber, Nina Pohl, die Haubroks, Bobby Roth, Jeanne Tremsal, Thomas Zipp, Anna Ballestrem, Florian Illies, Alexander Schröder, Thilo von Wermke, Amadeo Kraupa-Tuskany, Nadine Zeidler, Johann König, Yung Hurn, Frédéric Schwilden, DJ Hell, Franz von Stauffenberg, April von Stauffenberg, Maike Cruse, Mehdi Chouakri, Michael Schultz, Thomas Girst, Magnus Resch, Andy Kassier, Johanna Meyer-Grohbrügge, Peter Richter, Lisa Zeitz, Christoph Amend und Michael Fuchs.

 

Montag, 11. September

„Hauptstadt mit 3 Buchstaben, hm ... B-E-R-L-I-N. ..? Nein, passt nicht ... P-A-R-I-S ...? Nein, passt nicht ... W-A-S-H-I-N-G-T-O-N ...? Nein, passt auch nicht ...“

Ding Dong.

Ich werde wirklich sehr ungern gestört, wenn ich auf dem Sofa liege und Kreuzworträtsel löse, um geistig fit zu bleiben. Aber an diesem Donnerstag war es leider wieder soweit. Es klingelte an der Tür. Und dann noch einmal. Und ich konnte mich nicht bewegen: Rasende Schmerzen! Muskelkater!

Wir war es dazu gekommen? Dazu muss ich weiter ausholen ...

Alles begann am Montag. Ich war nach Charlottenburg gefahren, aber nicht das Charlottenburg, das ich kannte, bestehend aus Flügeltüren, Parkett und Stuck, sondern in ein Charlottenburg, bestehend aus Gas-Tanks, Plattenbauten und Industrie-Steppe, wie es nur ein Universalgenie wie Sam Chermayeff ausfindig machen konnte.

Und hier standen jetzt alle mit Drinks in der Hand um etwas herum, das aussah, wie eine Reinigungsanlage für radioaktiv verseuchte LKWs: Niklas Maak, Peter Richter, Moritz von Uslar, Christian Kämmerling, Arno Brandlhuber, Nina Pohl, die Haubroks, Bobby Roth und Jeanne Tremsal, und alle anderen interessanten Berliner, und es gab nur ein einziges Gesprächsthema: „Die Art Week“.

 

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„Was ist das: Art Week?“, fragte ich in die Runde.

„Naja, Art Week, die ganze Woche Parties, Dinners, Drinks, alles umsonst“, klärte mich der Barkeeper auf.

Ich nickte zufrieden: „Alles klar!“

Dann gingen wir wieder zurück in den Plattenbau, der neben den Gas-Tanks stand, mir war aber nicht klar, wer hier eigentlich wohnte, in dieser 500 Quadratmeter grossen „Loft“. Überall standen rote und grüne Sessel, überall hingen rote und grüne Regenmäntel. Und irgendwo stand eine handwerklich sehr schön gemachte Vitrine. Isa Melsheimer, Schachtelhalm, alles voller Gras und Bleiglas, ein Aufeinandertreffen verschiedener Zeitebenen, wie mir schien.

Plötzlich wurde ich sehr müde, und ich fuhr nach Hause, um 22.22 Uhr fiel ich ermattet ins Bett.

 

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Dienstag, 12. September

Am nächsten Morgen fuhr ich sofort nach dem Aufstehen in die Villa Grisebach. Thomas Zipp, mein ehemaliger Mitarbeiter, war mittlerweile Professor geworden und zeigte hier nun Werke seiner Studenten. Klasse Zipp.

„Wieso denn ehemaliger Mitarbeiter?“, fragte mich einer der vielen hundert Besucher, die auf dem Bürgersteig vor der Villa Grisebach herumstanden.

„Also, das ist eine lange Geschichte“, fing ich bedeutungsschwer an und holte tief Luft für meine Antwort, aber der Besucher hatte sich einfach umgedreht und war davongegangen.

In den Ausstellungsräumen hatten die Studenten ein Zelt aufgebaut, tranken darin Bier, tätowierten sich gegenseitig oder rasierten sich die Haare ab.

Anna Ballestrem, die Leiterin des Ausstellungsraumes, stellte mir den ältesten Studenten der Klasse vor, einen freundlich lächelnden Sado-Maso-Fotografen. Er hatte ihr eins seiner Fotos geschenkt, auf dem ein dicker, gefesselter, nackter Mann mit Micky-Maus-Hundemaske zu sehen war. Natürlich hatte sie sich mächtig über dieses schöne Geschenk gefreut. Und als wäre das noch nicht genug gewesen, fotografierte dieser Fotograf uns nun auch noch in seinem Fotostudio, das er in der Ausstellung aufgebaut hatte. Und zwar umsonst.

„Es ist also tatsächlich alles umsonst auf dieser Art Week“, murmelte ich, „der Barkeeper hat nicht gelogen.“

Wo aber war Florian Illies? Ich war doch extra zur Villa Grisebach gefahren, um ihm Fragen zu stellen. Über Beton. Über Styropor. Über Antennen. Aber Illies war nicht da.

 

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Tief gekränkt stieg ich in meinen Opel Mantra und fuhr an den Mehringdamm 72, wo meine alten Freunde Alexander Schröder und Thilo von Wermke eine Ausstellung eröffneten. Im Treppenhaus traf ich Amadeo Kraupa-Tuskany, der mich zur Einweihung seiner neuen Galerie-Räume am Freitag einlud.

„Ja, aber, gibt es denn da auch irgendwas umsonst?“, wollte ich wissen.

„Also, klar“, sagte der Galerist und sah mich verdutzt von der Seite an, „es gibt Getränke, und dann gehen wir später alle ins Restaurant Spindler.“

„Gut, dann komme ich gerne!“, rief ich und kritzelte den Termin in mein Notizbuch.

In der Galerie MD 72 war es so voll, dass ich sofort Angst um meine weissen Turnschuhe bekam. Nur ganz am Ende des Flurs war noch ein bisschen Platz. Dort wartete ich, bis alles vorbei war und von Wermke mich ins Restaurant mitnahm.

Das Essen war gut, aber wo war Alexander Schröder? Ich war doch extra an den Mehringdamm gefahren, um ihm Fragen zu stellen. Über den Wannsee. Über Schiffsschrauben. Über Sandbänke. Aber Schröder war nicht da.

Tief gekränkt stieg ich in meinen Honda Civic und fuhr nach Hause. Um 23.23 Uhr fiel ich ermattet ins Bett.

 

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Mittwoch, 13. September

Am nächsten Morgen joggte ich sofort nach dem Aufstehen in die Auguststrasse. Das Museum Frieder Burda hatte zur „Rooftop-Party“ auf dem Dach der Jüdischen Mädchenschule geladen. Im Treppenhaus kam mir ein stadtbekannter Unternehmer entgegen, der mir schon von Weitem zurief: „Geh da nicht hoch, geh da nicht hoch!“

Als er vor mir stand, legte er seine Hand auf meine Schulter und sah mich eindringlich an.

„Geh da nicht hoch, tu es nicht!“, sagt er mit sehr ernster Stimme.

„Aber warum denn nicht?“, fragte ich.

"Es gibt nur eine Bar, an der man ungefähr zwanzig Minuten anstehen muss, und ausserdem kosten die Getränke!“

„Kosten die Getränke?“, wiederholte ich fassungslos.

„Ja, kosten die Getränke!“

„Also hat der Barkeeper doch gelogen!“ fuhr es mir durch den Kopf.

Zum Glück klingelte in genau diesem Moment mein Telefon. Es war Gross-Galerist Johann König: „Rafi, komm sofort in die Kirche, wir müssen Regale besprechen, ich brauche Regale! Viele Regale! Für meine neue Galerie in London!“

Ich verkniff mir die Frage, ob es denn heute Abend irgendwas umsonst gibt in seiner Kirche, denn ich wollte doch Geschäfte machen!

Schnell stieg ich ins Taxi und fuhr los.

In der Kirche tafelten etwa vierhundert Galerie-Kunden, während Johann König zusammen mit Jung-Genie Yung Hurn ein Duett zur Belustigung seiner Gäste sang. Er hatte wie immer prächtige Laune, sicherlich hatte er gerade eines dieser riesigen Gemälde verkauft, die im Mittelschiff hingen. Seit er das Buch „Il Principe“ von Niccolo Machiavelli dreimal ganz durchgelesen hatte, setzte er seinen Plan, zum mächtigsten Galeristen der Welt zu werden, Schritt für Schritt um. Und er machte keine Gefangenen.

Ich kam allerdings gar nicht dazu, Geschäfte mit ihm zu machen, denn schon am Eingang zur Galerie hatte mich Niklas Maak abgefangen und schleifte mich zu seinem Auto: „Und jetzt fahren wir ins Hilton Hotel!“

„Aber warum denn?“, japste ich, als er mich in den Sitz seines Sportwagens drückte, „ich habe doch eine Wohnung!“

Maak antwortete nicht, verriegelte von innen die Türen seines Wagens – meiner Meinung nach war es ein Maserati Testarossa Turbo –, damit ich nicht unterwegs aussteigen konnte, und dann begann die wohl schrecklichste Autofahrt meines Lebens. Schon beim Ausparken wurde mir schlecht, denn Maak fuhr mit der berüchtigten Zwei-Fuss-Technik: Einen Fuss benutzte er für das Gaspedal, den anderen für die Bremse, ausserdem zog und löste er ständig die Handbremse, um das Auto mit rauchenden Reifen um sich selbst kreiseln zu lassen.

 

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„Im Hilton Hotel ist doch heute die Art Week-Eröffnungsparty vom Monopol-Magazin“, schrie Maak gegen den kreischenden Motorenlärm an, „da müssen wir hin!“

„Ist die Party umsonst?“, rief ich noch matt, dann wurde mir schwarz vor Augen.

Als wir zwei endlose Minuten später endlich im Hilton-Hotel ankamen, hatten wir gerade die Bühnenshow verpasst, die wohl sehr gut gewesen sein musste. Eine begeisterte Besucherin erzählte: „Von der Bühne hingen Ketten, dann kamen Frauen mit Flügeln und ein Mann, der als Diskokugel verkleidet war, drehte sich auf dem Boden, dazu kam Nebel aus seinem Po.“

Ich wollte jetzt sofort nach Hause, es war ja auch schon 22 Uhr.

„Aber um Mitternacht legt DJ Hell doch auf“, rief mir Skandal-Journalist Frédéric Schwilden ins Ohr.

„Ich will aber trotzdem nach Hause!“, rief ich zurück.

„Sehr richtig, Rafman“, stimmte mir Moritz von Uslar zu, der plötzlich aus dem Trockeneis-Nebel aufgetaucht war, „hier ist es zu voll, hier ist es zu heiss, let’s go home!“

Und das meinte er leider wörtlich: „Wir machen einen schönen Abendspaziergang nach Hause, Rafman, die herrliche Septembernacht genießen!“

Ich wäre natürlich viel lieber mit dem Auto nach Hause gefahren, natürlich nicht mit Niklas Maak, aber mit dem Taxi. Denn lange Märsche waren meine Sache nicht.

„Nein nein, nix Taxi, wir gehen zu Fuss!“, rief Uslar und knuffte mich in die Seite.

 

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Er hatte gut reden, denn er verbrachte seine Urlaube im Hochgebirge, und die Sonntage im Box-Studio. Während ich von morgens bis abends auf dem Sofa lag, Süssigkeiten ass und Kreuzworträtsel löste.

Also machten wir uns auf den Weg. Zu Fuss. Als wir sieben Stunden später endlich die Mittelstraße passierten, konnte ich Uslar immerhin das riesige Balkonfenster in der Fassade der Staatsbibliothek zeigen, hinter dem ich vor einigen Jahren Tag für Tag gesessen hatte, um mein Weisses Buch zu schreiben.

„Hier, mein lieber Moritz“, sagte ich und deutete nach oben, „hier an dieser Stelle, hinter diesem Fenster, wurde Literaturgeschichte geschrieben. Weltliteraturgeschichte!“

Ergriffen schaute Uslar nach oben und nickte ehrfurchtsvoll.

Dann marschierten wir schweigend weiter.

Fünf Stunden später waren wir endlich am Koppenplatz angekommen, verabschiedeten uns voneinander und strebten unseren Häusern zu.

Wie betäubt von den Anstrengungen dieses Gewaltmarsches fiel ich in einen tiefen traumlosen Schlaf.

 

Donnerstag, 14. September

„Hauptstadt mit 3 Buchstaben, hm... B-E-R-L-I-N...? Nein, passt nicht... P-A-R-I-S...? Nein, passt nicht... W-A-S-H-I-N-G-T-O-N...? Nein, passt auch nicht...“

Ding Dong.

Ich werde wirklich sehr ungern gestört, wenn ich auf dem Sofa liege und Kreuzworträtsel löse, um geistig fit zu bleiben. Aber an diesem Donnerstag war es leider wieder soweit. Es klingelte an der Tür. Und dann noch einmal. Und ich konnte mich nicht bewegen: Rasende Schmerzen! Muskelkater!

Wie war es dazu gekommen? Natürlich können Sie, liebe Leserin und lieber Leser, diese Frage nun endlich auch selber beantworten.

WENN Sie die vorherigen Zeilen aufmerksam gelesen haben!

Als ich mich endlich unter grossen Schmerzen zur Gegensprechanlage durchgekämpft hatte, wimmerte ich in den Hörer:

„Wer ist da?“

„Ich bin’s, Franz, komm runter, wir müssen zur Messe!“

Gut gelaunt hüpfte ich die Treppe hinunter und hechtete in die Limousine, mit der Franz und April von Stauffenberg vorgefahren waren!

Kurze Zeit später waren wir auf dem Messegelände angekommen, wo uns schon Messedirektorin Maike Cruse erwartete, um uns, ihren wichtigsten Gästen, eine private Führung zu geben. Nicht ohne Stolz in der Stimme, aber dieser Stolz war berechtigt! Stand reihte sich an Stand, und hier wurden Geschäfte gemacht! Kein Vergleich mit der Wanddekorationsmesse in Aserbaidschan, auf der wir damals nur eine einzige Visitenkarte getauscht und kein einziges Wanddekorationsobjekt verkauft hatten! Aber das ist eine andere Geschichte.

 

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Maike Cruse wurde nach wenigen Sekunden zu einem Interview mit der New York Times abgerufen, und da wir insgesamt nur zehn Minuten Zeit für den Messebesuch eingeplant hatten, rannten wir im Dauerlauf durch die riesigen Messehallen. Drei oder vier Dinge müssen wir aber hervorheben: Michael Schultz hatte eine riesige schwarz lackierte Wohnmaschine aufgebaut, die sich auf Aktenkoffergröße zusammenklappen liess. Ein Wunderwerk der Technik!

Mehdi Chouakri zeigte uns Lüftungs-Schächte, die er, wenn ich es richtig behalten habe, selber zusammengeschraubt hatte. Und eine Bank, die aus zwei Teppichrollen zusammengesetzt war.

 

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Und natürlich fanden wir auch Yngve Holens Waschmaschinentrommeln bei Galerie Neu technisch einwandfrei!

Am allermeisten freuten wir uns aber über menschliche Kontakte! Legendär das zufällige Zusammentreffen in Halle 7, von Rafael Horzon, Franz von Stauffenberg, Thomas Girst, Magnus Resch und Andy Kassier. Minutenlang fotografierten wir uns gegenseitig in albernen Posen, bis ich müde wurde und unbedingt nach Hause wollte.

 

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Freitag, 15. September

Am nächsten Morgen fuhr ich sofort nach dem Aufstehen in die neue Galerie von Amadeo Kraupa-Tuskany und Nadine Zeidler. Als erstes erkundigte ich mich nach einer Mahlzeit, aber Nadine Zeidler erklärte mir noch einmal ganz genau den Ablauf: „ERST sind wir noch ein bisschen hier in der Galerie, und DANN gehen wir ins Restaurant Spindler!“

 

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Wütend nahm ich mir ein Glas Champagner und ging in den Hof zum Rauchen. Dort überraschte ich Thomas Girst dabei, wie er den von der Galerie an die Wand geschraubten Aschenbecher mit einem Stemmeisen abmontierte: „Weil ich in München noch keinen Aschenbecher habe!“ Peter Richter, Amadeo-Kraupa-Tuskany, Johanna Meyer-Grohbrügge, wir alle lachten minutenlang über diesen wirklich guten Witz. Thomas Girst, das muss man sagen, ist mit Abstand der lustigste Manager des Jahres, den ich je kennengelernt habe!

Dann liess ich mir von Johanna Meyer-Grohbrügge die aussergewöhnliche Architektur erklären, die sie für die Galerie entworfen hatte.

 

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Und dann ging es endlich ins Restaurant Spindler.

Leider war es hier noch voller als in der Galerie, sodass ich sofort zum Dinner der Galerie Wentrup weiterfuhr.

Hier bekam ich sofort einen riesigen Teller Pommes frites mit Austern, Entenbrust, Garnelen und Trüffeln vorgesetzt. Und zwar umsonst! Und: Es waren wirklich die besten Pommes frites, die ich je gegessen hatte.

Die Besitzerin des Restaurants Goldie in der Oranienstraße erzählte mir mit tränenerstickter Stimme, dass das wichtigste Erlebnis ihres Lebens ein Vortrag war, den ich einmal in München vor der Klasse von Olaf Metzel gehalten hatte. Ich erinnere mich noch gut an diesen Vortrag, ich hatte ihn mit den Worten beendet: „Deshalb, liebe Studentinnen und Studenten, brecht sofort euer Kunst-Studium ab und erlernt lieber richtige Berufe!“

Zumindest die Restaurant-Besitzerin, wenn ich es richtig verstanden habe, war es sogar die Tochter von Olaf Metzel, hatte diesen Rat beherzigt.

Dann fuhren wir alle in die Tausend Bar, zur Feier von Lisa Zeitz und Christoph Amend. Auch hier war es sehr voll! Ich machte noch schnell ein paar Fotos im Stil von Robert Frank, dann fuhr ich nach Hause und fiel ermattet ins Bett.

 

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SamStAG, 16. September

Am nächsten Morgen spazierte ich sofort nach dem Aufstehen in den Schinkel Pavillon, scherzte ein wenig mit den Gästen und fuhr dann weiter zum Abschluss-Dinner der Messe. Und dann zur wie immer legendären Party der Spike Redaktion.

Dann fiel ich, um 21.57 Uhr, ermattet ins Bett.

Ich habe übrigens vergessen zu erzählen, dass ich vor den Kunstwerken in der Auguststrasse irgendwann eine sehr lange Schlange gesehen habe. Und dass Michael Fuchs für seine Oda Jaune-Ausstellung eigenhändig Baumstämme aufgestellt hatte, die farblich perfekt mit den 18 Meter hohen Samtvorhängen harmonierten.

Und ich habe vergessen zu erzählen, dass das „Dream Journal 2016–2017“ von Jon Rafman wirklich der beste Film ist, den ich je gesehen habe.

Und wenn ich, lieber Claudius Seidl, lieber Daniel Kehlmann und lieber Tom Tykwer, für diese Filmkritik auch dieses Jahr wieder NICHT den Michael-Althen-Preis für Filmkritik verliehen bekomme, werde ich Ihrer Preisverleihung in Zukunft fernbleiben!

 

RAFAEL HORZON ist Geschäftsmann und Autor. Er lebt in Berlin